Medikamente-Notstand im Maihof

Mittlerweile ist es bereits über sieben Jahre her, als Murat Yakin an der Pressekonferenz nach dem Spiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Zürich etwas angesäuert auf einen der anwesenden Reporter reagiert hat. Sportlich gesehen hat Yakin nicht viel Nachhaltiges hinterlassen. In die kollektive Erinnerung hat sich hingegen die an Daniel Wyrsch gerichtete Aussage «Nimm weniger Medikamente» eingebrannt. Ein Running Gag, wie es sie im FCL-Umfeld zuhauf gibt, aber meist eher tragischer Natur sind.

Das Schundblatt vom Maihof titelte «FCL laufen die Fans davon – Zuschauerschnitt fällt in der Swisspor-Arena erstmals unter die 10’000er-Marke». Nebst der sportlichen Situation (Luzern steht in der Tabelle drei Punkte hinter einem Europacup-Platz, ui näi) seien unter anderem die hohen Ticketpreise und die schwächelnde Liga dafür verantwortlich – und die bösen Ultras.

Dani Wyrsch, der Autor dieses Textes, hat schon oft aus einer Mücke einen Elefanten gemacht. Er ist ein Clickbait-Journalist, der ein Gespür dafür hat, wann welche Story rund um den FCL ziehen könnte. In den sozialen Medien häufen sich in dieser Rückrunde die negativen Kommentare über das Verhalten der Fankurve. Sobald mal jemand den Status Quo hinterfragt erhebt sich das Bünzlitum. Wyrsch kommen genau solche Phasen gelegen: «Im FCL-Stadion hat es in den vergangenen rund fünf Wochen drei gravierende Vorfälle mit Ultras gegeben.»

Was war denn so schlimm?

Er nennt dabei die Kettenaktion erklärt aber nicht wieso dies ein gravierender Vorfall gewesen sein soll. Es wurde niemand verletzt und diesbezüglich war auch keine Absicht erkennbar. Wo ist also das «gravierende» daran? Fakt ist: Auch bei der Eier-Aktion kam es lediglich zu einer ausserordentlichen Nachspielzeit und auch da wurde niemand verletzt. Zwar müssen sich diejenigen unter den Eierwerfern, welche den Teleclub als Ziel hatten, den Vorwurf gefallen lassen, dass sie ein gewisses Risiko in Kauf genommen haben – mehr aber nicht. Nüchtern betrachtet ist nichts passiert. Dass am Samstag Gegenstände aufs Feld geflogen sind ist richtig.

Todesangst hatte der Torhüter allerdings keine, ansonsten hätte er sich nicht derart theatralisch im vermeintlichen «Gefahrenbereich» hingelegt. Mit einem puren Akt der Provokation durfte ebendieser das Spiel fortführen. Nicht aber ohne vorher noch ein paar Sekunden einzustreichen indem er, noch immer in der «roten Zone», den Platz von einzelnen Gegenständen befreite. Statt per direktem Weg in Richtung Toraus kamen die Feuerzeuge noch zu einem kostenlosen Parabel-Flug, damit es ja jeder sieht und sich im besten Fall nochmals jemand zu einem Wurf hinreissen lassen könnte. Er selbst wirkte eigentlich ziemlich gelassen.

Das «S» in UEFA steht für schützenswert

Für mich reicht das nicht, um auch nur einer dieser drei Situationen das Prädikat «gravierend» zu versehen. Die einzige «gravierende» Aktion, die sogar mit einer Verhaftung endete, kommt ihm nicht mal mehr in den Sinn und bleibt unerwähnt. Auch allen anderen nicht. Schlussendlich einfach aus dem Grund, weil es nicht als schlimm empfunden wird. Das bestätigt lediglich wie gesucht die ganze Aufregung und wie heuchlerisch die Betroffenheit ist.

Bei der Formulierung achtet er ebenfalls darauf ja nicht zu untertreiben. Er schreibt, dass die frühen Anspielzeiten «zum Schutz der Champions-League-Partien durch[ge]setzt» würden. Schutz? Die Champions League gehört wohl bald zum UNESCO-Weltnaturerbe? Die Absicht ist klar: Es soll suggeriert werden, dass jemand etwas angreift, das beschützt werden müsse. Von den bösen Fans, die den Fussball zerstören. Das ist mehr als frech, zieht aber dennoch bei denen, die ein Stadion nur von aussen kennen und sich mit Fussball nur auf Facebook auseinandersetzen oder am Stammtisch davon hören.

Nur eine Frage der Zeit

Die darin zitierte Aussage von Sidler ist in so vielerlei Hinsicht falsch, dass man beim FCL gut daran täte, vor allem die jungen Spieler daran zu hindern, in solchen Situationen dazu Stellung zu nehmen. Silvan Sidler ist jung und will nur spielen, deshalb ist es ihm zu verzeihen. Zudem wird nur der Teil der Aussage zitiert, welche dem «Journalisten» hilft seine These zu stützen. Denn im zweiten Teil zeigt Sidler Verständnis für die Fans. Für Wyrsch unwichtig (hier ist die Aussage von Sidler im Originalton ab 0.52 min zu hören). Im Bericht liest sich das so: «Der Unmut in der Luzerner Mannschaft über das Verhalten der sogenannten Fans wächst.» Laut Wyrsch sind sich Sidler und «die meisten anderen Anhänger im Stadion» einig: «Solche Aktionen der Fans helfen uns natürlich nicht, damit nahmen sie uns die Zeit weg, um allenfalls noch auszugleichen zu können.»

Hä? Ist das alles? Ist das das Schlimmste daran? Na dann ist ja alles in Ordnung. Wenn der FCL mal kurz vor Schluss in Führung liegt, wisst ihr ja jetzt was zu tun ist. Sidler und «die Anderen» fanden es nur doof, weil es den FCL betraf. Heuchler! Der Schiedsrichter hat diese Zeit sowieso nachzuspielen. Dass ihm, also Sidler, als Spieler es nicht am Präsentesten ist und er als Direktbetroffener es nicht als das Schlimmste empfindet, dass ein Spieler von einem Gegenstand getroffen wird, bedeutet nur, dass er es gar nicht so «gravierend» bewertet hat. Wie verlogen und heuchlerisch der Fussball geworden ist, zeigt sich in dieser Aktion wunderbar.

«Geht dir dasselbe durch den Kopf wie mir, Pinky?»

Wyrsch reicht das um die Machtfrage zu stellen: «Wer ist der Chef in der Swisspor-Arena – die FCL-Verantwortlichen oder die Ultras?» Anarchische Verhältnisse auf der Allmend? Schön wärs. Dann wäre einiges besser. Die bösen Ultras beschränken sich immer noch auf einzelne wirkungsvolle Aktionen und hoffen die angesprochenen Thematiken in der nachträglichen Aufarbeitung zusammen mit den verschiedenen Parteien und im Dialog zu regeln, weil auch ihnen bewusst ist, dass ihre Anliegen nur so Anklang finden und eine Veränderung passieren kann. Aber so etwas wird man nur in der realen und nicht in der digitalen Welt auf Facebook und Co. erfahren.

«Die Angst vor Gewalt im und vor dem Stadion ist ein ernst zu nehmender Faktor, weshalb Eltern und Grosseltern mit ihren Kindern und Enkeln die Luzerner Allmend nicht mehr besuchen. Davon zeugen unter anderem regelmässige Zuschriften und Reaktionen unserer Leser.»

Wow. Ich habe mich schon lange gefragt, wer eure Zeitung überhaupt liest. Anscheinend sind das alles Hypochonder. Aber wahrscheinlich ist auch das gelogen. Denn in der Fanumfrage, in welcher die Fans von allen Tribünen nach ihrem Sicherheitsempfinden befragt wurden, gaben 94.9% an sich sicher zu fühlen. Leider bin ich zu faul, um vergleichbare Zahlen zum Strassenverkehr herauszusuchen, bin mir aber sicher, dass diese vergleichsweise kleiner ausfallen. Aber Wyrsch war ebenfalls zu faul und dieser wird sogar für diesen Dreck bezahlt. Zahlen werden oftmals dann herangezogen, wenn sie etwas untermauern sollen. Zahlen beeindrucken. Zahlen bestätigen. Das ist dann korrekt, wenn sie denn auch stimmen. In diesem Fall sucht er sich irgendwelche Zahlen heraus, um seine «elaborierten» Gründe für den Zuschauerschwund zu untermauern:

«Pro Heimmatch sind durchschnittlich nur noch 9360 Zuschauer im Stadion, erstmals ist der Besucherschnitt in der vor acht Jahren eröffneten Swisspor-Arena nicht mehr fünfstellig.»

Episch. Und ein tragischer Moment für den FC Luzern. Zum ersten Mal nicht mehr fünfstellig!! Um fair zu bleiben muss gesagt werden, dass der erste Teilsatz so stimmt. Um dieser Zahl dennoch auf den Grund zu gehen ist es wahrscheinlich besser kurz den Rechenweg von Dani Wyrsch aufzuschlüsseln: Um den Besucherschnitt zu erhalten, muss die totale Summe Zuschauer an den FCL-Heimspielen durch die Anzahl Spiele geteilt werden. In den bisher 15 Heimspielen waren dies offiziell 140’398 Matchbesucher was 9’360 für die durchschnittliche Anzahl an Zuschauern ergibt. Bravo Dani!

Um jetzt den zweiten Teilsatz auf seine Richtigkeit zu überprüfen, müsste diese Rechnung für jedes Spiel der letzten acht Jahre gemacht werden und dürfte dabei niemals eine vierstellige Zahl ergeben. Wenn man also zurück geht und exakt die gleiche Rechnung auf das 14. Heimspiel dieser Saison anwendet, dann gelangt der Rechnende zu einem Besucherschnitt von 9’451. Kann ja auch Zufall sein und Wyrschi hatte den Artikel für ein früheres Spiel eingeplant, es aber einfach verpennt. Jedoch kann man diese Rechnerei bis zu Beginn der aktuellen Saison zurückmachen und gerade mal nach fünf Runden hatte der FCL zum einzigen Mal in dieser Saison einen fünfstelligen Schnitt.

Bisheriger Zuschauerschnitt in der Saison 2018/2019:

# HeimspielGegnerZuschauerØ Zuschauer
1Xamax8'9058'905
2Lugano7'8158'360
3YB9'9938'904
4GC10'0059'180
5Sion13'62610'069
6Thun8'2509'766
7FCZ10'1249'817
8Basel10'7029'928
9St. Gallen8'5099'770
10Sion7'2989'523
11Lugano7'7589'362
12St. Gallen8'9919'331
13Basel11'5499'502
14YB8'7939'451
15Xamax8'0809'360

Wie man mit Zahlen manipulieren kann

Am 6. März wurde von einem Teil der FCL Fans ein Tor zugekettet, um gegen die frühen Anspielzeiten unter der Woche zu protestieren. Vor diesem Tag lag der Schnitt bei 9’362, zwei Heimspiele später auf 9’502. Es wäre genauso sinnfrei zu behaupten, dass die Kettenaktion zu einem kurzfristigen Zuschauerwachstum geführt hat. Aber ok, eventuell macht Daneli ja einfach einen speziellen saisonübergreifenden Vergleich. Was ist, wenn Dani jeweils den Stand nach 15 Heimspielen miteinander verglichen hat? Wir kennen Danelis Rechenweg und stellen fest: Wyrsch lügt eiskalt, schlicht um eine packende Headline zu kreieren die irgendwie die Aussagen in seinem Text untermauert. Nach dem maihofschen Rechenweg war der Zuschauerschnitt, ausser nach zwei Heimspielen in der letzten Saison nie fünfstellig – so auch nach 15 Runden nicht, um auch diese Option auszuschliessen.

Zuschauerschnitt der Saison 2017/2018:

# HeimspielGegnerZuschauerØ Zuschauer
1Lugano8'5538'552
2GC10'1689'361
3FCZ11'75910'160
4Thun8'6289'777
5Lausanne8'3169'485
6YB11'6379'844
7St. Gallen9'4709'790
8Basel10'1099'830
9Sion8'5659'689
10YB8'9689'617
11Lausanne11'3739'777
12Thun7'3629'576
13Basel11'7499'743
14St. Gallen11'8979'897
15Sion10'1689'915
16FCZ11'2259'997
17Lugano9'5629'971
18GC11'41610'051

Zudem verheimlicht er, dass der FCL in dieser Rückrunde zwei Mal unter der Woche um 18:45 Uhr antreten musste. Wäre natürlich ziemlich doof, wenn er die Argumente jener benutzen würde, welche er in die Pfanne hauen möchte. Denn die Anhänger des Vereins behaupten ja gerade, dass dies eine fanunfreundliche Anspielzeit sei, die Arbeiter daran hindert rechtzeitig oder überhaupt ins Stadion zu gelangen. Dabei wäre ein kleiner Blick zurück nicht uninteressant gewesen: Das Spiel der 9. Runde gegen den FC Sion (an einem Sonntag) besuchten 13’626 Zuschauer. Am 13. Februar waren es in der gleichen Begegnung noch 7’298 Zuschauer. 46% Rückgang. Wieso, weshalb, warum darf sich jeder selber überlegen. Beim Mittwochspiel gegen YB kamen 12% weniger als in der Vorrunde. «Äbe, das ist jetzt wegen diesen drei Aktionen von den Fans, im Fall.» Das Tor wurde aber erst am 6. März zugekettet, also erst nach dem Sion-Spiel, dem Saison-Minusrekord, was den Zuschaueraufmarsch betrifft…

Was in seinem Artikel zu lesen ist, sind – nennen wir es beim Namen – Lügen! Dani Wyrsch hetzt gegen einen Teil der Fans. Das Schlimme ist: es funktioniert. In den grösseren Facebook-Gruppen und Kommentarspalten fühlen sich viele Leute durch diesen und andere Artikel statistisch und mit Zahlen bestätigt. Die Fankurve sei Schuld am Zuschauerschwund oder zumindest hauptschuldig. Der Artikel wird geteilt. Die Klicks stimmen. Der Inhalt nicht. Dani Wyrsch erzeugt eine künstliche Korrelation zwischen Besucherschnitt und Fanverhalten. Dabei ist einzig Fakt: Der Zuschauerschnitt ist seit Jahren fallend und war bereits in der letzten Saison zwischenzeitlich nicht mehr fünfstellig, so wie er es Stand heute ebenfalls (zwischenzeitlich) nicht ist. Mit anderen Worten: Dani Wyrsch könnte ein Walliser sein.

Auch FCL-Präsident Studhalter wird von Wyrsch mit diesen Zahlen belästigt und Studhalter erkennt, dass dieses Thema eine gewisse Komplexität begleitet:

«Dafür gibt es nicht einen Grund, sondern es sind viele. Namentlich zu erwähnen sind: Die Attraktivität der Liga, der Schweizer Meister ist bereits Runden vor Ende der Meisterschaft erkoren. Dann die Eintrittspreise, der ausbleibende sportlich stabile Erfolg, ein breites Unterhaltungsangebot in Luzern und in der Zentralschweiz, die Möglichkeit, die Spiele der SFL zu Hause zu einem günstigen Preis zu konsumieren sowie die hohe Dichte an internationalem Fussball am Fernsehen.»

Danke Philipp!

«Für jeden Besucher steht ein anderer Aspekt im Vordergrund. Sowohl der FCL als auch die Liga haben diese Herausforderungen erkannt und arbeiten an Optimierungen.»

Absolut korrekt. Sauber gemacht Philipp!

Ja, es kann sein, dass für gewisse Personen das Fanverhalten ein zentraler Aspekt bei der Entscheidung ist, ob sie ein Spiel besuchen oder nicht. Aber es kann genauso gut sein, dass eine aktive Fankurve dem Besucherschwund sogar noch entgegenwirkt, weil wiederum andere unter anderem wegen ihr ins Stadion gehen, was sie ansonsten nicht tun würden. Ich merke es bei mir, wenn ich im Ausland ein Spiel besuchen möchte. Es ist definitiv ein Faktor der in meine Entscheidungsfindung einfliesst. Dortmund gegen Schalke wäre in einem halbvollen Stadion ohne Rivalität auch nur halb so geil. Aber auch diese These bleibt eine Vermutung. Der FCL hat aber bereits gewisse verlässliche Zahlen zur Hand, die ihm dabei helfen können die verschiedenen Gründe herauszufinden und zu gewichten. 94.9% der Zuschauer fühlen sich sicher. Das ist eine Zahl! Ich kann mir nicht vorstellen, dass man auch nur annähernd an diese Zahl gelangen würde, würde man die Fans fragen, ob sie mit der Höhe der Eintrittspreise zufrieden sind. Der FCL anscheinend auch nicht, weshalb der Verein eine Preisreduzierung angekündigt hat. Gratulation für diesen Schritt!

Auf Facebook tummeln sich unter anderem viele Idioten. Die meisten von ihnen sind selten bis nie im Stadion. Sie sitzen vor dem Fernseher und fühlen sich entweder in ihrer Erholungsphase gestört oder haben ihre Meinung von jemand anderem abgekupfert. Sie schreiben ihre Sörgeli auf Facebook und werden von anderen, die exakt das gleiche erbärmliche Leben führen und die Dynamik in einem Stadion gar nicht verstehen können bestätigt. Und gemeinsam schaukeln sie sich hoch – unter anderem mit den Lügen von Dani Wyrsch. Und die LZ druckt die Leserbriefe der 94.9% gar nicht erst ab, weil es zu langweilig klingt, dass alle supi dupi zufrieden sind.

Mach’ den Hub Hub Hub

Logisch hat die Grossmutter vor dem Fernseher das Gefühl, dass die Welt auseinanderbricht, wenn ihr Saschali oder ein anderer Kommentator den Weltuntergang prophezeit. YB feierte am Sonntag den Meistertitel – mit Fahnen und Fackeln – wie es sich gehört. Irgend ein Helikopter-Mami hatte Panik und sich später via Medien beklagt (wie man das eben heute so macht), dass ihr Kind ununterbrochen geweint habe. Die feiernden YB-Spieler trugen ihre strahlenden Kinder auf dem Arm – live im Schweizer Fernsehen. Ich habe es gesehen! Alle haben es gesehen! Das ist die Realität! Ansonsten bitte die letzten Minuten in der Berichterstattung des Spiels nochmals ansehen! Wieso weinen diese Kinder nicht? Wieso um alles in der Welt lachen diese Kinder? Eventuell liegt es ja an der Erziehung wenn dein Balg wegen Nichts heult?! Eine Vermutung.

Weinende Kinder im Letzigrund

Medienpartner?

Dani Wyrsch arbeitet für die LZ, ihrerseits Medienpartner des FC Luzern. Eventuell habe ich einfach ein falsches Verständnis für das Wort «Partner». Aber überall wo ich in meinem Leben bisher auf diesen Ausdruck gestossen bin liesse sich die Verbindung heruntergebrochen mit «es esch es gä ond es nä» erklären. Bei einer «Medienpartnerschaft» werden üblicherweise exklusive Rechte an «Stories» für eine höhere Reichweite ausgetauscht. Ob dies bei der Verbindung zwischen dem FC Luzern und der LZ gegeben ist, dürfen sich beide (!) Parteien hinterfragen.

Schlussendlich muss sich der FCL fragen, was ihm diese Partnerschaft bringt. Die Jahre haben gezeigt, dass von Seiten der LZ keine faire Berichterstattung zu erwarten ist und sich das Medium boulevardeske Mittel angeeignet hat. Es wird gelogen. Dani Wyrsch ist einer ihrer bezahlten Lügner. Der FCL wird schlechter dargestellt als er ist. Seit Jahren. In der Person von Dani Wyrsch. Was würde sich für den FCL verschlechtern, falls man nicht mehr weiter an einer solchen Partnerschaft interessiert wäre? Kann es sich die LZ leisten nicht mehr oder weniger über den FCL zu berichten? Auch in unserer Region dürfte Sport das Zugpferd sein. Die sportliche Konkurrenz mit dem EVZ und in Teilen mit dem SC Kriens sind bescheiden oder bedienen nur teils deckende Interessengruppen.

Umgekehrt dürfte sich aber auch die LZ oder die anderen Medienpartner in der Vergangenheit vom FCL vor den Kopf gestossen gefühlt haben. Der FCL hat in mehreren Fällen gezeigt, dass er diese Partner nicht bevorzugt behandelt. Teils wurde zu Pressekonferenzen geladen, der nationalen Boulevard-Zeitung aber bereits ein Vorab-Interview zugestanden. Zwar irgendwie verständlich, dass man Wyrsch aussen vor lässt, wenn dieser sowieso dazu neigt, eine andere Realität zu veröffentlichen. Aber dann wird auch keine Medienpartnerschaft benötigt und die kostspieligen Benefits im Stadion kann man für tatsächliche Partner aufwenden.

Egal wie stark die Verbandelung zwischen Thomas Bornhauser und Walter Stierli war oder ist, sie hätte sowieso nie ein Grund für eine solche Partnerschaft sein dürfen. Jetzt wo sowohl Bornhauser nicht mehr Chefredakteur bei der LZ ist und Stierli sein Aktienpaket deponiert und Gerüchten zu Folge an Bernhard Alpstäg abgetreten hat, müsste die Einflussnahme zudem kleiner sein. Müsste. Innerhalb der LZ herrscht noch immer ein Diktat von oben, in welche Richtung die Berichterstattung zu gehen hat. Will man mit so jemandem tatsächlich zusammen arbeiten?

Medienpartnerschaft kann funktionieren

Von einer starken Medienpartnerschaft können beide Parteien profitieren. Was die audiovisuelle Aussenwahrnehmung des Vereins angeht, hat der FCL gewaltige Sprünge gemacht. Das eigene Video-Portal fcl-tv.ch ist qualitativ weit über der beim FCL sonst üblichen Kommunikationsqualität und muss sich auch beim vereinsübergreifenden Vergleich nicht verstecken. Mit Tele 1 hat man einen Partner, mit dem man gemeinsam einen «Lifestyle»-Bereich aus dem Nichts geschaffen hat. Durch das angeeignete oder eingekaufte Know-How konnte man das eigene Angebot gar noch weiter ausbauen. Tele 1 profitiert tatsächlich von einer gewissen Exklusivität, hat es aber verstanden bei anderen Themen eine professionelle Distanz zu wahren und die kritischen Fragen dennoch zu stellen.

Die Schweizer Medienlandschaft wurde in den vergangenen Jahren stark ausgedünnt und gebündelt. Radio Pilatus, die Luzerner Zeitung, sowie Tele 1 werden vom gleichen Unternehmen geführt, welches aus einer Kooperation der NZZ-Mediengruppe und der AZ Medien hervorgeht und unter welchem noch viele weitere Medien laufen. Es würde also sicherlich schwierig, nicht das ganze Päckchen aufgedrängt zu erhalten. Zudem sind zwar Alternativen vorhanden, aber entweder in ein ähnliches Konglomerat eingebunden oder würden keinen Mehrwert bieten. Obwohl auch zentral+ vermehrt boulevardisierter auftritt und Radio Central, wie auch Radio Sunshine mit dem Luzerner Hausradio eine starke Konkurrenz besitzen, so darf man sich beim FCL sicherlich überlegen, ob die aktuellen Medienpartnerschaften noch zeitgemäss sind.

Als FCL-Fan hat man viele kommen und gehen sehen. Viele von ihnen haben sich über Dani Wyrsch beklagt und gaben an sich belästigt zu fühlen. Yakin war einer davon. Geändert hat sich in all den Jahren nichts. Die Frage soll erlaubt sein, wieso Dani Wyrsch weiterhin seine Lügen verbreiten darf und vom FCL auch noch hofiert wird. Die bittere Pille schluckt eigentlich nur der FCL. Die oftmals tendenziöse Berichterstattung wirkt sich auf die öffentliche Wahrnehmung aus und ist mitverantwortlich ob sich Leute für oder gegen einen Spielbesuch entscheiden.

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